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Südosteuropa – 2019

Nachdem wir im letzten Jahr Nord-Ost Europa erkundet haben, sind wir in diesem Jahr nach Süd-Ost Europa aufgebrochen.

Wir starteten am 5.7.2019 zusammen mit Erik und Ramona Schilling zu unserem 3-wöchigem Trip.

So führte uns die Route durch Tschechien, Slowakei, Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Nordmazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich und wieder nach Hause.

Jedes Land für sich hat seine eigenen Reize und hat bleibende Eindrücke bei uns hinterlassen …

Nachdem wir Tschechien und die Slowakei durchquert hatten, kam der erste abenteuerliche Grenzübertritt in die Ukraine.

Hier erlebten wir drei wunderschöne Tage, mit herzlichen und hilfsbereiten Menschen und Straßen mit Schlaglöchern übersät, so dass ein Vorankommen nur mit niedrigen Geschwindigkeiten möglich war. So war unsere Tagesfahrleistung ca. 150 km. Für die erste Nacht suchten wir uns einen Platz am See. Die zweite Nacht verbrachten wir in einem Biosphärenreservat, welches vom Militär kontrolliert wird. Gegen eine kleine Gebühr, wo wir nicht wissen in welche „Tasche“ das Geld geflossen ist, konnten wir eine Nacht bleiben. Nach ca. 1 Stunde Fahrt am nächsten Morgen wurden wir von der ukrainischen Polizei gestoppt. Es folgte eine abenteuerliche Kontrolle, die unter anderem ein Alkoholtest und eine Diskussion über ein angeblich überfahrenes Stoppschild beinhaltete.

Kleiner Tipp am Rande: Als Alex merkte, dass Sie unseren Geldbeutel erleichtern wollten, hat er sich „dumm gestellt“. Ab diesem Zeitpunkt wollte er nichts mehr verstehen. Er konnte die Diskussion nach 30 Minuten beenden, in dem er immer wieder mit den Schultern zuckte und gesagt hat: „ich nix verstehen“.

Anschließend durften wir unseren Weg in Richtung Rumänien, ohne was zu bezahlen, fortsetzen.

An der ukrainisch-rumänischen Grenze angekommen sprach uns ein rumänischer Grenzbeamter mit sehr gutem Deutsch an und wir plauderten ein wenig über unseren weiteren Streckenverlauf. Er freute sich, dass wir „sein“ Land bereisen und wünschte uns alles Gute für unsere weitere Fahrt. Weiter ging es dann über die Nationalstraße 17 ins Landesinnere. Am Abend wurden wir auf einem kleinen Campingplatz von der Besitzerin mit landestypischen Gerichten bekocht, wie z. B. Mămăliga und Sarmale. Wir haben unzählig viele Störche gesehen und unsere Männer haben uns das Zwischenziel der diesjährigen Superkarpata Trophy gezeigt, wo Sie in diesem Jahr mit dem Team Venandi cum Avibus den 12. Platz belegten. Diesen Ort nutzten wir dann auch gleich zum Übernachten und zum lecker rumänisch Essen. Weiter ging es über die Transfogarascher Hochstraße, dies ist eine spektakuläre Gebirgsstraße durch das Fagaras-Gebirge in den Transsilvanischen Alpen. Sie verbindet die rumänischen Regionen Siebenbürgen und die Walachei. Auch wenn das Land leider von Müll überflutet wird, hat es uns sehr beeindruckt. Die Menschen sind herzlich und die Natur ist atemberaubend schön.

Auch im fünften Reiseland „Bulgarien“ erlebten wir wieder eine Welle von hilfsbereiten und freundlichen Menschen. Aufgrund einer Vollsperrung, wegen eines schweren Unfalls, konnten wir unseren Weg an diesem Tag nicht weiter fortsetzen. In einem nahen Dorf haben wir nach einem anderen Weg bzw. nach einem Übernachtungsplatz gefragt. Nach einigem Hin und Her und Erklärungen von den Bewohnern welchen Weg man fahren könnte, wurden wir kurzerhand an einen Ort gebracht, an dem wir für eine Nacht bleiben konnten. Dies war der ortseigene Fußballplatz in wunderschöner ruhiger Lage. Darüber hinaus wurde uns das „Vereinshaus“ angeboten, was wir aber dankend abgelehnt haben. Denn wir haben ja „unser Haus“ und alles was wir zum Leben brauchen, dabei. Diese Momente sind mit Geld nicht zu bezahlen.

Am nächsten Morgen ging es weiter durch unzählige Sonnenblumenfelder immer weiter in Richtung Türkei.

Der Grenzübertritt von Bulgarien in die Türkei verlief auch ohne Probleme, aber doch sehr hektisch und chaotisch. So mussten wir alle aus den Autos aussteigen und zu Fuß zur Grenzkontrolle gehen. Nachdem wir die Einreisestempel im Pass hatten und auch die Versichertenkarte vom Auto gecheckt war, durften wir mit dem Auto weiter zur Zollkontrolle vorfahren. Nach einem kurzen Check durften wir in die Türkei einreisen und die Reise ging weiter. Über die App Maps.Me hatten wir uns im Vorfeld schon einen Campingplatz für die erste Nacht gesucht. Als wir jedoch dort ankamen, stellte sich heraus, dass es eigentlich nur ein türkisches Teehaus war. Aber auch hier traten uns wieder hilfsbereite und freundliche Menschen gegenüber. Der Besitzer hat den Bürgermeister des Ortes bestellt und der regelte alles. Da wir kein Türkisch und er kein Englisch konnte, war die Verständigung schwierig. Daraufhin rief er jemanden, der sogar etwas deutsch sprechen konnte, da er einige Jahre in Deutschland gearbeitet hatte. Und so unterhielten sich unsere Männer einige Zeit mit ihm und tranken Tee. Wir haben dann eine Nacht auf dem „Dorfplatz“ verbracht. Bezahlen durften wir den Übernachtungsplatz übrigens nicht, es war Ihnen eine Ehre uns helfen zu können.

Der nächste Tag sollte der Höhepunkt und auch der östlichste Punkt der Reise werden … einmal über den Bosporus nach Asien. Nun haben unsere Defender schon mal asiatische Luft geschnuppert. Die Fahrt nach und durch Istanbul war spannend, die Größe der Stadt – mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern – ist überwältigend. Leider gestaltete sich die Suche nach einem Campingplatz eher schwierig, da wir keine mobilen Daten nutzen konnten, so dass wir uns nach mehrstündigem und erfolglosem Suchen für eine Hotelübernachtung entschieden haben.

Da die Türkei zu den Ländern zählt, wo kein Roaming möglich ist, ist es zu empfehlen eine SIM-Karte mit Datennutzung zu erwerben, um so flexibler bei der Suche nach Unterkunftsmöglichkeiten zu sein.

Auf ging´s nach Griechenland. Hier machten wir Stopp in Alexandroupolis und auch hier gab es wieder eine Begegnung der besonderen Art. Auf dem Weg zum Campingplatz hatten wir noch etwas eingekauft und wurden nach getätigtem Einkauf auf dem Supermarktparkplatz von einem Einheimischen angesprochen. Es stellte sich heraus, dass sein Cousin in Ilmenau ein griechisches Restaurant betreibt … Zufälle gibt’s …

Alexandroupolis nutzten wir für einen Faulenzertag beim Shoppen in der Stadt, relaxen am Strand und baden im Meer.

Im Reiseland Nummer 8 – Nordmazedonien – wurden wir sehr offen und freundlich im Rock Land Camp vom Campbetreiber Alex begrüßt und mussten mit ihm erst mal einen typischen nordmazedonischen Schnaps trinken. Wir haben noch einige Zeit mit ihm erzählt … wunderschöne Momente, die man da erlebt. In diesem Camp hatten wir auch einen kleinen Aufpasser … ein kleiner Mischlingshund – wir haben ihn Filou genannt. Hunde gibt es in all den bereisten Länder mehr als genug und meistens haben sie kein festes Zuhause. Im ortsansässigen Weingut haben wir dann zugeschlagen und haben ein paar Flaschen einheimischen Wein gekauft, denn Weinberge gibt es hier wie Sand am Meer. Auch die Landschaft ist unbeschreiblich schön und muss auf alle Fälle in einem der nächsten Urlaube genauer inspiziert werden.

Weiter ging die Reise nach Serbien, auch hier haben wir wieder ein schönes Plätzchen gefunden und haben

am Abend mit dem Campingplatzbetreiber Sliwowitz getrunken. Er nannte dies in gebrochenem Deutsch „Opa Schnaps“, da sein Opa den Schnaps selbst gebrannt hatte. Sliwowitz ist ein Obstbrand, der Name ist vom slawischen Wort „sliva“ für Pflaume abgeleitet.

Je näher wir Ungarn kamen, um so flacher wurde die Landschaft, aber auch hier gab es unzählig viele Sonnenblumenfelder. Es ist einfach wunderschön anzusehen.

In Ungarn angekommen durfte ein Stopp am Balaton nicht fehlen, die Suche nach einem Campingplatz gestaltete sich jedoch wieder sehr schwierig, da durch die Ferienzeit die Plätze alle ausgebucht waren. Dennoch hatte ein Betreiber ein gutes Herz und er hat nach langem Überlegen ein kleines Plätzchen für unsere zwei Autos gefunden. Auch hier spürten wir wieder die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Am nächsten Tag fuhren wir mit der Fähre von Szantod nach Tihany über den Balaton und weiter ging es in Richtung Österreich. Jedoch haben wir noch ca. 20 km vor der österreichischen Grenze einen wunderschönen Stellplatz entdeckt, der erst vor kurzem eröffnet wurde und haben da noch eine ruhige Nacht verbracht. Dieser Platz „Oase Halogy“ wird von einer deutsch-ungarischen Familie betrieben, die vor 17 Jahren aus Deutschland ausgewandert sind. Wer es gerne etwas ruhiger hat und die Nähe zur Natur sucht, ist hier bestens aufgehoben.

In das 11. und letzte Reiseland „Österreich“ konnten wir ohne Grenzkontrolle einreisen. Die Grenzhäuschen waren alle leer und niemand war zu sehen. Diese und die Grenzüberfahrt nach Deutschland waren die unspektakulärsten Grenzüberfahrten unserer Reise. Hier begegnete uns aber jedoch bald wieder Hektik und Unfreundlichkeit, was wir in den letzten 3 Wochen in keinem der anderen Länder gespürt haben. Das ist schon sehr schade und sollte uns wirklich zu denken geben. Warum ist dies so? Geht es uns einfach zu gut? Nehmen wir alles als selbstverständlich hin? Viele Fragen die uns seitdem beschäftigen …

Für uns steht fest, wir sind nicht mehr die, die wir vor Beginn der Reise waren … man sieht nun viele Dinge mit anderen Augen und man sollte nicht immer alles als selbstverständlich ansehen.

Zu sagen wäre noch, dass wir uns zu keinem Zeitpunkt der Reise bedroht fühlten oder einer Gefahr ausgesetzt waren. Alle Grenzüberfahrten verliefen ohne Probleme und ohne längere Wartezeiten. Die Welt ist besser als Ihr Ruf.

Wie heißt es so schön: „Wir kamen als Fremde und gingen als Freunde!“

Gefahrene Kilometer: 6.045 km

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