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Lofoten – 2020

Nachdem wir im letzten Jahr den Süd-Osten Europas erkundet hatten, wollten wir in diesem Jahr wieder einmal nach Norwegen. In das Land, was es uns irgendwie angetan hat, denn wir bereisten es bereits mehrfach. Dieses Jahr sollte es mit dem Defender ganz neu entdeckt werden.

Unser Ziel „Die Lofoten… dies ist eine Inselgruppe, die ca. 300 km nördlich des Polarkreises liegt. Wobei das Wort Ziel eigentlich nicht ganz so passt, denn „DER WEG IST DAS ZIEL“.

Aber in diesem Jahr war alles anders und sehr spontan. Nachdem wir unseren geplanten Osterurlaub nach Korsika durch Corona nicht antreten konnten und stattdessen im heimischen Garten unser Lager aufgeschlagen hatten, hofften wir bis zur letzten Sekunde, dass die Reisebeschränkungen im Sommer wieder etwas gelockert werden würden.

Und so war es, dass die norwegische Regierung am 10. Juli über die Einreisebestimmungen für Touristen entschieden hatte, dass eine Einreise ab dem 15. Juli ohne Einschränkungen für Touristen aus dem Schengen- und EWR-Raum möglich war. Wir buchten noch am selben Tag unser One-Way-Ticket für die Fähre von Dänemark nach Norwegen, dadurch konnten wir die Heimreise flexibel gestalten.

Wir starteten am 17. Juli in diesem verrückten „Corona-Jahr“, nach der Zeugnisausgabe unserer Tochter Marie, und machten uns auf in den Norden zu neuen Abenteuern. Den ersten Stopp legten wir in Flensburg ein, um am nächsten Morgen nach Dänemark zu starten. Die Grenze konnten wir ohne Probleme und Wartezeit passieren. Lediglich die Pässe wurden kontrolliert und die Grenzbeamten wollten wissen wo wir hinwollen. In Hirtshals angekommen machten wir kurz am Strand halt, bevor wir weiter zum Fährhafen fuhren. Auch hier wieder nur die „normale“ Passkontrolle – damit hätten wir in dieser „besonderen“ Zeit nicht gerechnet, aber wir waren froh darüber. Nach einer recht ruhigen Fährüberfahrt waren wir am Nachmittag in Kristiansand angekommen, leider wurden wir von grauen Wolken und Regen empfangen. Weiter in Richtung Norden fanden wir ein ruhiges Plätzchen an einem Fluss und Marie zauberte uns ein leckeres Abendessen „Urlaubsnudeln“. In den folgenden Tagen – begleitet von Sonnenschein, grauen Wolken, Regen und kühlen Temperaturen – fuhren wir über wunderschöne Hochebenen und durch atemberaubende Landschaften. Die Temperaturen lagen meist zwischen 10-15°C am Tag und nachts zwischen 5-8°C. Aber der Wetterbericht versprach Besserung.

Eine schöne und besondere Art der Begegnung hatten wir oberhalb von Trondheim … was macht man, wenn man feststellt, dass man den Tankdeckel an der letzten Tankstelle (80 km entfernt) vergessen hat? Richtig, man sucht Hilfe bzw. Unterstützung bei einem Landroverclub in der Nähe. Dies hatten wir über Facebook versucht und Simon aus Malvik brachte uns, ohne zu zögern, den Tankdeckel seines Defenders direkt zum Campingplatz. Wahnsinn diese Hilfsbereitschaft … Geschichten, die das Leben schreibt.

Und es sollten noch weitere schöne Begegnungen folgen …

An einem schönen Übernachtungsplatz direkt an einem Fjord, lernten wir ein Ehepaar kennen – Fred und Karin – die Beiden waren vor 13 Jahren von Deutschland nach Norwegen ausgewandert. Sie erzählten uns Ihre Geschichte und wir unterhielten uns bis in die Nacht hinein. Die beiden waren es auch, die uns die Wetter App yr.no empfohlen haben. Diese App nutzen wir ab diesem Zeitpunkt und bastelten uns Tag für Tag die Route nach dem Wetter. Das funktionierte ganz gut und half uns seitdem meist trocken durchs Land zu kommen. Mit den beiden stehen wir noch heute im Kontakt.

Viele unserer Übernachtungsplätze fanden wir über die App „park4night“ und wenn kein Plätzchen zu finden war, gibt es eigentlich flächendeckend Campingplätze im Land. Auch wenn wir feststellen mussten, dass auf Grund von „Corona“ die Einheimischen in diesem Jahr Ihren Sommerurlaub im eigenen Land verbrachten und es somit überall, ob auf den Straßen und auch Übernachtungsplätzen, sehr voll erschien.

Unsere Route führte uns immer weiter in Richtung Norden, denn der Wetterbericht verkündete für die nächsten Tage einen Wetterumschwung und die Prognosen versprachen Sonnenschein und wärmere Temperaturen für die Lofoten. Und der Wetterbericht sollte Recht behalten. Wir hatten das Glück und konnten die Lofoten bei meist schönem Wetter genießen, mal von einigen Stürmen abgesehen. Wir besuchten einige Fischerdörfer, waren an wunderschönen Stränden, die an Südseestrände erinnern und haben das Örtchen mit dem außergewöhnlichen und kurzen Ortsnamen “Å” besucht, welches auch das Ende der Europastraße 10 ist.

Auch die schönsten Orte muss man irgendwann wieder verlassen, wenn man nur 3 Wochen Zeit hat. Und so machten wir uns wieder auf in Richtung Süden. Trotz der schlechten Erfahrung vom Sommerurlaub 2010 (mit schlechtem Wetter und sehr heftigem Seegang), entschieden wir uns wieder für die Fähre von Moskenes nach Bodø (dieses Mal recht ruhig) und ließen die Lofoten hinter uns.

Am Saltstraumen (das ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt, der 30 km südöstlich der Stadt Bodø liegt) packten wir die Angel aus und hatten auch Erfolg … lecker war’s. Am Abend lernten wir Benno Cramer mit seiner Familie von „Das Fernweh-Mobil®“ kennen und haben nett miteinander geplaudert.

Weiter führte uns die Route am Svartisen-Gletscher (er ist mit 370 km² der zweitgrößte Gletscher Norwegens) vorbei und an der Küste entlang in Richtung Süden. Wir konnten kleine Wale im Fjord beobachten, Elche liefen uns in der ganzen Zeit leider nicht über den Weg.

Da sich die Wetterprognosen für Norwegen wieder zu verschlechtern drohten, hatten wir uns dazu entschlossen die Heimreise über Schweden anzutreten und so kehrten wir am 1. August Norwegen den Rücken. Kurz vor der schwedischen Grenze wurden wir durch eine Straßensperre der norwegischen Polizei gestoppt, es wurde unser Kennzeichen notiert und wie viele Personen sich im Auto befanden. Nun gab es kein Zurück mehr, denn wer einmal in Schweden eingereist war, kommt in Norwegen nicht mehr rein (nur direkter Transit war möglich – lt. Auswärtigem Amt, Stand: 1.8.).

So verbrachten wir unsere letzte Urlaubswoche – südwärts – in Schweden und legten einige Kilometer durch unendliche Wälder, kleine Dörfer und Städte zurück. Einen Zwischenstopp hatten wir im Offroad Camp von weiterweg.de, ein Camp, welches von einem Paar aus Deutschland aufgebaut wurde, die vor einigen Jahren nach Schweden ausgewandert waren. Ein anderer Platz „Camp Fjället“ wurde von einem Auswanderer aus der Schweiz aufgebaut, welchen er nun schon seit 23 Jahren führt. Alles liebevoll gestaltete Plätze zum Wohlfühlen und Entspannen. Die Plätze in Schweden waren alle von wenig Touristen besucht, zum Teil waren wir die einzigen Gäste.

Heimwärts fuhren wir über die Öresundbrücke von Malmö nach Kopenhagen und weiter nach Rødby, um von dort aus mit der Fähre nach Puttgarden zu fahren. Dänemark nutzten wir, wie auch auf der Hinfahrt, nur als Transitland. Wieder in Deutschland angekommen, wurden wir von Menschenmassen und übervollen Campingplätzen empfangen. Das komplette Gegenteil zu Schweden!

Doch auch die schönste Zeit (für uns die Urlaubs- und Reisezeit) ging irgendwann zu Ende. Und so waren wir nach 3 Wochen und 6.600 km wieder gut im heimischen Oberpörlitz gelandet.

Wie immer in unseren Urlauben, haben wir wieder viel gesehen und erlebt. Er war geprägt von Bekanntschaften mit Auswanderern und deren Geschichten über Land und Leute, die sehr zum Nachdenken über den eigenen Lebensstil anregen. Mal schauen was wir daraus machen.

Gefahrene Kilometer: 6.600 km

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