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Pyrenäen – 2022

Reisebericht 2022

Für uns sollte es dieses Jahr in die spanischen Pyrenäen gehen, wo wir einige Strecken aus dem Tourenbuch der Pistenkuh erkunden wollten.

Und so starteten wir Mitte Juli, direkt nach der Zeugnisübergabe unserer Tochter Marie (dies ist schon zur Tradition bei uns geworden 😊), mit unserer diesjährigen Reise.

Unsere Route führte uns über den Westerwald, wo wir einen ehemaligen Kollegen von Alex auf dessen Campingplatz „Campingpark Weiherhof am See“ besuchten. Hier verbrachten wir zwei Nächte, bevor es weiter über Luxemburg und Frankreich nach Spanien ging.

Wir entschlossen uns spontan, bevor es in die Berge gehen sollte, noch einen Stopp an der spanischen Mittelmeerküste einzulegen. Und so hatten wir uns kurzerhand einen Campingplatz in Sant Pere Pescador an der Costa Brava gesucht. Hier verbrachten wir einen Tag am Strand, waren im Meer schwimmen und haben gechillt (wie es Marie ausdrücken würde).

Aber nun sollte es für uns endlich ins Gebirge gehen und so starteten wir in Richtung Norden zu unserem ersten „Pistenkuh-Track“ aus dem GPS OFF-ROAD Tourenbuch für 4×4 Reisen Nordspanien „4PC – El Pont d Orrit – Claramunt“ … was soll man sagen, einfach unbeschreiblich schön, atemberaubende Landschaft und sagenhafte Aussichten. Auf der Strecke befinden sich auch die Ruinen von Claramunt, ein kleines verlassenes Dörfchen mit nur wenigen Häusern. Am Abend haben wir uns einen ruhigen Platz zum Übernachten gesucht und konnten den Tag mit einem wunderschönen Sonnenuntergang ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen starteten wir bei schönstem Wetter in den Rundkurs „Coll de Vent“. Die ersten Kilometer ging es stetig in Serpentinen bergauf, bis sich der Blick auf ein grandioses Bergpanorama „Tozal de los Moros“ auftat. Auf dem Bergrücken genossen wir den fantastischen Fernblick und machten ein kleines Fotoshooting mit dem Defender vor der atemberaubenden Felsformation. Weiter ging es über die gut erhaltenen Schotterwege und ein paar enge und steile Kehren ins Tal des Rio Isábena. Hier legten wir einen Stopp auf dem Campingplatz Isábena ein, genossen eine Abkühlung im platzeigenen Pool und speisten am Abend im Restaurant.

Eine weitere Route…

Eine weitere Route sollte uns zu den Ruinen von Finestres führen. Hier suchten wir uns ein einsames Plätzchen oberhalb der Canelles-Talsperre. Von hier hat man einen erstklassigen Blick auf den Stausee und auf eine auffällige Felsformation, die auf Spanisch den Namen „Chinesische Mauer – Muralla China de Finestres“ trägt. Leider ist aufgrund der langanhaltenden Trockenheit der letzten Wochen der Wasserstand sehr niedrig, aber seine prächtige Wasserfarbe ist dennoch sehr ausgeprägt und schön anzusehen.

Der nächste Tag sollte für uns jedoch eine Überraschung bereithalten. Wir starteten wie immer nach einem gemütlichen Frühstück und bei herrlichstem Sonnenschein. Die ersten Kilometer verliefen ohne Probleme, die Wege waren teils sehr steinig und holprig, aber dennoch gut zu fahren. Doch dann passierte es, ein lautes Krachen ließ uns aufhorchen und wir stoppten unsere Fahrt. Auf den ersten Blick konnten wir keine Beschädigung am oder unter dem Auto feststellen, also fuhren wir weiter. Doch leider war nun ein beunruhigendes Geräusch hörbar und so waren wir wieder zum Anhalten gezwungen. Nachdem wir lokalisieren konnten, dass das Geräusch von hinten links kam, entschieden wir uns den Wagenheber anzusetzen. Und da sahen wir das Unheil, der Stoßdämpfer war gebrochen. Nun hieß es Ruhe bewahren und überlegen, was wir als nächsten tun sollen. Einen neuen Stoßdämpfer hatten wir leider nicht dabei, so entschieden wir uns, den „Patienten“ auszubauen, so dass dieser keinen weiteren Schaden am Fahrzeug anrichten kann. Also lagen wir Sonntagmittag, bei 40° Grad mitten in den spanischen Pyrenäen unterm Auto und bauten den Stoßdämpfer aus. Nach gut einer Stunde waren wir fertig und konnten unsere Fahrt fortsetzen. 

Wir fuhren zurück zum Campingplatz Isábena, hier hatte man uns dann am Montagmorgen bei der Ersatzteilbeschaffung unterstützt. Noch am Nachmittag hielten wir den neuen Stoßdämpfer in unseren Händen und Alex konnte die Reparatur vornehmen. Nochmals ein herzliches Dankeschön an Familie Badia, für die superschnelle Hilfe. 

Am darauffolgenden Tag starteten wir zu einer Proberunde mit neuem Stoßdämpfer. Die Route führte uns zum Geisterdorf Castarlenas mit einer beeindruckenden Kirchenruine. Am Einstieg in den Rundkurs wurden wir von einem Einheimischen angehalten, er wollte wissen, was wir vorhaben. Es stellte sich heraus, dass es der Eigentümer des Gebietes war. Wir haben ihm erklärt, dass wir gerne die Strecke rund um die Kirchenruine befahren möchten. Nach einem kurzen Gespräch hat er uns gebeten im besagten Gebiet kein Feuer zu machen und auch nicht dort zu übernachten. Wir bedankten uns und setzten unsere Fahrt fort. Der Weg war steinig und teilweise stark ausgewaschen, es war somit eine gute Probestrecke für den neuen Stoßdämpfer. Auch diese Route ermöglichte uns wieder eine traumhafte Rundumsicht und der Stoßdämpfer hat gehalten.

Weiter ging es für uns nach Boltaña, hier hatten wir uns mit Ramona und Erik verabredet, mit den beiden waren wir bereits 2019 in Südosteuropa unterwegs. Auch sie wollten ein paar Routen durch die spanischen Pyrenäen fahren und so fuhren wir ab hier gemeinsam.

Die gemeinsame Route…

Als erste gemeinsame Route haben wir uns für das „Boltaña-Panorama“ entschieden, hier bot uns, am Ende der Strecke ein wunderschöner Rundumblick. Weiter ging es zum Track „Fiscal-Janovas“. Der Weg zum Geisterdorf Cajol war sehr steinig und wir wurden im Auto ordentlich durchgeschüttelt. Vorbei an alten verfallenen Dorfmauern und einem alten Defender der am Wegesrand abgestellt wurde und nun im Wald verwittert. Bei den Ruinen angekommen konnte man sehen, dass einige Ruinen „notdürftig“ bewohnt“ werden, aber angetroffen haben wir niemanden. In der Ferne sahen wir ein Gewitter aufziehen und so setzten wir unsere Fahrt fort. Weiter ging der Pistenverlauf am Hang entlang und über einige Serpentinen ins Tal bergab und mitten in den Regen hinein. Der Regen hinterließ einen wunderbaren Duft in der Luft und wir hatten eine kleine Abkühlung von den sonst sehr sommerlichen warmen Temperaturen. 

Eine weitere wunderschöne Tour führte uns durch den Nationalpark Sierra de Guara. Wir erkundeten das Geisterdorf Lúsera, in traumhafter Kulisse. Hier wäre ein schöner Camp-Spot für die Nacht gewesen, aber im Nationalpark ist das Übernachten verboten, so suchten wir uns einen schönen Platz außerhalb des Nationalparkes.

Die Routen „Ayerbe – Catillo Loarre“ und „Castillo Loarre – La Pena“ bildeten den Abschluss unserer Pyrenäentour. Auch diese Routen boten uns jede Menge Fahrspaß und grandiose Aussichten. Vom Aussichtspunkt „Mirador de los Buitres“ hatten wir einen grandiosen Blick auf die Felsformation „Mallos de Riglos“ und konnten eine Vielzahl von Gänsegeiern beobachten. Für die letzte Nacht in den spanischen Pyrenäen suchten wir uns ein einsames Plätzchen inmitten unberührter Natur.

In den nächsten Tagen fuhren wir über Frankreich und die Schweiz zurück nach Deutschland.

Es war ein großartiger Urlaub in super Gesellschaft, mit vielen unvergesslichen Eindrücken, einzigartigen Erlebnissen, abwechslungsreichen Pisten und grandiosem Wetter. Kurz gesagt – ein rundum perfekter Urlaub.

Gefahrene Kilometer: 4.679 km

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